Wie in einem gigantischen Adersystem pulsieren in Amazonien der Welt größte Süßwasserreserven. In einem unablässigen Klimakreislauf erhalten sie den größten Regenwald der Erde. Noch ist nicht vollständig erforscht, wie dieser vitale Organismus funktioniert. Erst kürzlich entdeckten Wissenschaftler auf einer Expedition mehrere neue Quellflüsse des Amazonas deren golden-tee-farbenes Wasser sich als so sauer erwies wie eine Säurelösung. Trotzdem sind sie Lebensquell für abertausende bizarrer Kreaturen.
Den Grenzverlauf zwischen Venezuela und Brasilien bildet nach neuesten Konferenzen das Gebiet entlang der Wasserscheide der Sierra de Curupira, deren östlichen Abschluß das erst 1955 entdeckte Nebelgebirge bildet. Dessen höchster Berg ist mit 3000 Metern auch die höchste Erhebung Brasiliens. Südlich dieser Wasserscheide fließt das Wasser in den Amazonas, nördlich davon in den Orinoco – bis auf den großen Teil, der auf Umwegen über den Casiquiare, die legendäre Verbindung zwischen den zwei großen Stromsystemen Südamerikas, in den Rio Negro und damit auch wieder in den Amazonas gelangt. Das Amazonasbecken ist 600 Millionen Jahre alt.
Die Bezeichnung “Amazonas” meint längst nicht nur den Abschnitt des gewaltigen Stroms unterhalb der Einmündung des Rio Negro (oberhalb heißt er Rio Solimões), sondern das gesamte riesige Flußsystem – Amazonien. Mit mehr als 1000 Nebenflüssen und einem Wassereinzugsgebiet von über sieben Millionen Quadratkilometern ist es das gewaltigste Gewässernetz der Erde und das ist er nicht nur wegen der Länge seines Laufs (ca. 7000 km), sondern auch wegen der gewaltigen Wassermengen, die er auf seinem langen Weg ( 2 bis 3 Monate ist das Wasser von seinen Quellen bis zur Mündung unterwegs) durch den Kontinent sammelt: Ein Fünftel des gesamten Süßwassers der Erde ergießt sich durch sein 100 km breites Mündungsdelta in den Atlantik…
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