Die Region des Nordostens (port.: Nordeste) umfasst die Staaten Maranhão, PiauÃÂ, Ceará, Rio Grande do Norte, ParaÃÂba, Pernambuco, Alagoas, Sergipe und Bahia. Das macht eine Fläche von 1.561.177,8 km2, was 18,26% der Gesamtfläche Brasiliens entspricht. Die Mehrheit dieser besteht aus weiten Ebenen, die von der Erosion angegriffen sind. Den Nordosten kann man in vier geographisch unterschiedliche Zonen unterteilen: Zona da Mata, Agreste, Sertão und der PolÃÂgono das Secas.
Die Zona da Mata ist ein etwa 200 km breiter Küstenregenwald, der sich von Rio Grande do Norte bis zum Süden von Bahia erstreckt. Das Klima ist tropisch-feucht mit häufigen Regenfällen, besonders von Juli bis Oktober. Der Boden ist sehr fruchtbar.
Der Agreste ist ein Übergangsgebiet zwischen der feuchten Zona da Mata und dem semi-ariden (trocken, dürr, wüstenhaft) Sertão (Landesinnere, unwegsames Buschgelände).
Der Sertão liegt in den Staaten Rio Grande do Norte und Ceará. Das Klima ist semi-arid. Der Boden ist eben, trocken und mit Steinen und Felsformationen bedeckt. Diese Bodenbeschaffung und der mangelnde Niederschlag erschweren die landwirtschaftlichen Arbeiten besonders. Die größte Beschäftigung im Sertão liegt in der Viehzüchtung und in der Baumwollproduktion.
Der PolÃÂgono das Secas (dt.: Region der Trockenperioden) ist die Zone, die am meisten an der Aridität leidet. Diese Zone wurde 1951 von der Regierung umrissen, um gezielt die Trockenheit zu bekämpfen. Die Region erstreckt sich über fast alle Staaten im Nordosten. Die Ausnahmen sind der Maranhão und die Staaten, die sich in der feuchten Zona da Mata befinden.
Die Ökonomie des Nordostens basiert auf der Landwirtschaft, besonders auf den Zucker und den Kakao. Ein Erdölvorkommen gibt es an der Küste, das in zwei Raffinerien in Bahia, Landulfo Alves, in Salvador, und Pólo PetroquÃÂmico, in Camaçari, verarbeitet wird. Der Tourismus spielt im Nordosten auf Grund seiner berühmten Strände eine wichtige Rolle für die Region.
Die Gesamtbevölkerung des Nordostens liegt bei 43.792.133 Einwohner, was 28,9% der Gesamtbevölkerung Brasiliens ausmacht. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 28,05 Einwohnern pro km2. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in den Städten (60,6%). Die wichtigsten regionalen Metropolen sind Salvador, Hauptstadt von Bahia, Recife, Hauptstadt von Pernambuco, und Fortaleza, Hauptstadt von Ceará.
Der Nordosten ist berühmt für seine Traditionen, besonders die, die im Juni gefeiert werden. In den sogenannten „festas juninas“ werden drei Heilige gewürdigt: St. Antonio am 13. Juni, St. Johann am 24. Juni und St. Petrus am 29. Juni.
Obwohl diese Heiligen in ganz Brasilien gefeiert werden, haben sie im Nordosten eine besondere Bedeutung. Man kann sagen, dass für die „Nordestinos“ (Bewohner des Nordostens) diese Feste wichtiger sind als Weihnachten.
Der Kult der drei Heiligen St. Antonio, St. Johann und St. Petrus ist Erbe der portugiesischen Kolonialherrschaft. St. Antonio, zum Beispiel, war ein Portugiese, geboren in Lissabon, und wurde zur Kolonialzeit in Portugal genauso gehuldigt wie in Brasilien. Dieser Heilige diente als Schutzpatron in Kriegen. Im Laufe der Zeit veränderte sich seine Bedeutung. Nun gilt St. Antonio als Liebespatron für frisch verheiratete Pärchen.
Obwohl die Heiligenfeste eigentlich katholische Feste sind, ziehen sie Tausende von Menschen anderer Glaubensrichtungen oder auch Nicht-Gläubige an. Große Attraktionen sind Feuerwerke und Lagerfeuer, die traditionellen Tänze „Forró“ und „Quadrilha“ und das typische Essen: Mais, Popcorn, Süßkartoffeln.
Es ist die Freude der Feste, die alle Menschen zusammenbringt…
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