In diesem Jahr berichteten wir vom 25.–28. Mai über die Geschichte der Verschiffung der Sklaven von Afrika nach Brasilien auf dem Sklavenschiff, NAVIO NEGREIRO, über ihre jahrhundertelange Unterdrückung, den Ursprung des Befreiungskampfes und der Kampfkunst Capoeira. Die Capoeira war für viele entlaufene Sklaven die einzige Verteidigungsmöglichkeit in den Quilombos, den Sklaventerritorien, und um sich gegen eine erneute Gefangennahme durch die portugiesischen und holländischen Kolonialherren zu wehren.
Mestre King Kong und Mestre Marinaldo nahmen in diesem Jahr bereits zum dritten Mal am Karneval der Kulturen und am Internationalen Capoeira Festival teil und unterstützten tatkräftig die Performance der Jugendlichen sowie die Formation mit Capoeirista Block, Afro Dance Block und dem Bloco do Povão, der zu den Rhythmen unserer Live Band non-stop die Hüften schwingen ließ.
Unser besonderer Dank geht an das deutsch-polnische Jugendwerk dpjw, das unsere Jugendbegegnung bereits zum dritten Mal unterstützte!
Bei unserer 11. Teilnahme am Karneval der Kulturen ging es um das sehr aktuelle Thema Fußball. Die Capitães präsentierten zu Pfingsten, vom 2. - 5. Juni, den Erfolg des fünfmaligen Rekordweltmeisters Brasilien unter dem Thema CARNAVAL ELÉTRICO. Wir stellten aber auch die anderen bisherigen Weltmeister sowie die größten Fußballer aller Zeiten vor. In diesem Jahr auch wieder dabei war Mestre King Kong aus Salvador da Bahia, der die Workshops des 7. Internationalen Capoeira Festivals in der Sporthalle Schöneberg leitete.
Die eindrucksvolle Formation bestand aus den Capoeiristas, der Live Band mit prächtig kostümierten Tänzerinnen und dem Bloco do Povão, in dem sich in Salvador die spontan mittanzenden Fans, die ‘pipocas’, sammeln. Als Pipocas luden wir in diesem Jahr alle Fußballfans ein, mit ihren verschiedenen Trikots dabei zu sein!
Mit unserer Hommage an die Fans konnten wir in diesem Jahr bereits zum dritten Mal einen Preis entgegennehmen: Der Preis für den SCHÖNSTEN WAGEN.
Wir danken dem >> zu einem Interview mit Mestre João Pequeno, Mestre Emm und Mestre Ciro Trindade
BAHIA DE TODOS OS SANTOS - Die Allerheiligenbucht im brasilianischen Salvador da Bahia steht bildhaft für die Geschichte des dortigen Straßenkarnevals.
Die “Herren des Strandes” erzählten vom 1. - 4. Juni aus der Geschichte Bahias, von den Orixás, dem ideellen Reichtum des religiösen Synkretismus und von der Geschichte des dortigen Straßenkarnevals.
Das Trio Elétrico spielte live und wurde von den Capoeiristas, kostümierten Tänzerinnen und einem Afro-Bahia-Orixás-Block begleitet. Dabei waren auch Capoeira-Meister und Schüler, die am 2. Internationalen Capoeira Festival teilnahmen, das ab dem 1. Juni in der Schöneberger Sporthalle stattfand.
Der Karneval der Kulturen fand im Jahr 2000 wieder zu Pfingsten vom 9. bis 12. Juni statt. Zusätzlich zu einem Wagen mit brasilianischer Livemusik waren dieses Mal auch Capoeira-Workshops und Vorführungen im Rahmen des 1. Internationalen Capoeira Festivals und 2. Batizado vorgesehen.
Der Amazonas ist nicht nur der größte Fluß der Erde: die Entdeckung riesiger Lagerstätten an Bodenschätzen und des größten Festlands-Ölvorkommen der Welt, die Fortschritte in der Erforschung pharmazeutischer Wirkstoffe und das weltweite Interesse am Schicksal der Urbevölkerung - all das sorgt für Unruhe am Amazonas.
Die großflächigen Rodungen des Regenwaldes verursachen Bodenerosion und führen allmählich zur Versandung des Amazonas. Es ist höchste Zeit, dieser Zerstörung Einhalt zu gebieten. Es muss uns allen klar werden, dass es eine Aufgabe für die ganze Menscheit ist, den letzten großen tropischen Regenwald und den größten Strom der Erde zu retten.
In diesem Jahr gewannen wir auf dem Straßenumzug den Preis für den SCHÖNSTEN WAGEN .
Der Auftritt der Capitães auf dem Karneval der Kulturen am 23. Mai wurde von uns unter dem Thema “DIE INDIOS IN AMAZONIEN” organisiert. Der von vielen ehrenamtlichen Helfern dekorierte Wagen repräsentierte ein Stück Urwald in Amazonien. Unsere Gruppe gewann in diesem Jahr den ERSTEN PREIS IN DER GESAMTWERTUNG.
Der Beitrag war eine Hommage an die “Tribal Resistance”, den Widerstand der Indiostämme Amazoniens und Afrikas gegen ihre Vernichtung und an die heute noch lebenden Indios. Die “Herren des Strandes” stellten das Thema zu afro-brasilianischer Percussion dar. Kinder und kostümierte Rollstuhltänzer begleiteten den Wagen. Sie waren bemalt mit der roten Naturfarbe Orocum, die direkt aus dem Amazonasgebiet kommt.
Die Durchführung des Projektes war uns nur aufgrund der vielen ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitglieder und anderen Helfern möglich. Die Finanzierung erfolgte ausschliesslich über die Unterstützung durch unsere Sponsoren.
Salve o planeta Amazonia! Die Zerstörung des Lebensraumes der Indios schreitet immer weiter voran. Die “Herren des Strandes” setzten sich gemeinsam mit zahlreichen Rollstuhltänzern, Kindern und Senioren am 31. Mai unter dem Titel AMAZONIEN: Die Lunge der Erde für den Schutz der Natur und ihrer Bewohner ein.
Mit zunehmendem Einfluss der Zivilisation hat sich das Bild gewandelt: Der Regenwald, den man wegen seiner riesigen Sauerstoffproduktion auch die “grüne Lunge der Erde” nennt, ist an vielen Orten verwüstet, verbrannt und ölverschmiert. Den dort lebenden Indios wird damit die Lebensgrundlage entzogen. Darauf wollten wir hinweisen.
Unter dem Thema TROPISCHER REGENWALD AM AMAZONAS waren bei den “Herren des Strandes” die Kostüme von der Flora und Fauna des Regenwaldes inspiriert.
Der tropische Regenwald Amazoniens ist das älteste, reichste, aber auch empfindlichste Ökosystem der Erde. Weitgehend unberührt von eiszeitlichen Klimaschwankungen konnte sich hier in rund 60 Millionen Jahren ein Artenreichtum entwickeln wie sonst nirgendwo: Die Gesamtzahl der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten wird auf mehrere Millionen geschätzt.
Der Regenwald ist aber auch seit langer Zeit von Menschen bewohnt; man schätzt, dass das Gebiet seit ca. 12.000 Jahren besiedelt ist und seit etwa 5.000 Jahren landwirtschaftlich genutzt wird. Allen Indiostämmen Amazoniens ist gemeinsam, dass sie im Einklang mit der Natur leben und keinen Raubbau betreiben.
Ende 1995 wurden erste Gespräche mit allen an der Initiierung eines Karnevals der Kulturen Berlins interessierten Gruppen und Vereinen geführt. Capitães de Areia beteiligte sich von Anfang an mit Ideen und jahrelanger Erfahrung aus dem Strassenkarneval in Salvador da Bahia.
Bereits im Januar und April 1996 fanden Karnevals-Auftaktpartys in der Berliner Kulturbrauerei und in der UFA-Fabrik statt, bei denen wir mit Musikauftritten und Capoeira-Shows vertreten waren.
Am 15. Mai wurden wir eingeladen, das Konzert von OLODUM in der Arena mit einer Capoeira-Show zu eröffnen - Olodum ist eine der bekanntesten brasilianisch-kulturellen Gruppen der Axé Music. Am darauffolgenden Tag, dem 16. Mai 1996, fand der ERSTE KARNEVAL DER KULTUREN in Berlin-Kreuzberg statt.
Sowohl vom Publikum als auch von den beteiligten Künstlern aus aller Herren Länder gab es einen ausserordentlich großen Zuspruch zu dieser Veranstaltung. Jede der teilnehmenden Gruppen konnte dabei auf ihre eigene Art und Weise zeigen, wie bei ihnen gefeiert wird.
Mit diesem Konzept können wir Menschen aus allen Teilen der Welt zu uns nach Berlin einladen, denn es handelt sich um Kultur, die sich auf der Straße präsentiert.
Der Karneval der Kulturen zeigt, dass es möglich ist, alle Menschen, gleich welcher Hautfarbe oder Religion, zusammenzubringen.
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