“Trau den Weißen nicht über den Weg. Das sind Leute, die über den Blitz bestimmen, die ohne Heimat leben, die umherwandern, um ihre Gier nach Gold zu stillen. Sie sind dann freundlich zu uns, wenn sie uns brauchen, denn das Land, das sie zertrampeln, die Weiden und die Flüsse, über die sie herfallen, gehören uns. Haben sie einmal ihr Ziel erreicht, sind sie falsch und hinterhältig!”
Die Einwanderungsgeschichte ohne die Ureinwohner zu berücksichtigen, ist nicht möglich, denn ohne diese wäre Brasilien nicht das, was es heute ist.
Fast alle 180 Millionen Einwohner Brasiliens stammen von den Indios ab – so lauten die Ergebnisse jüngster historischer Forschungen. “Vor der Heirat wurden die Indianerinnen getauft und bekamen einen europäischen Namen, deswegen sind die Spuren der Vermischung so schwer zu verfolgen”, beschreibt die Historikerin Maria Beatriz Nizza da Silva. Doch ohne das Zusammenleben mit den Indios hätten die Portugiesen in der Neuen Welt nicht überleben können. Der brasilianische Schriftsteller Darcy Ribeiro sieht in der “erzwungenen Verschmelzung von Indianerinnen und Eroberern die Ursache allen Übels”: “Die Nachkommen haben ihre Herkunft verleugnet und sich nie zum Volk ihrer Mütter bekannt”, so Ribeiro. Dadurch hätten sie ihre Identität verloren und seien zu den schlimmsten Unterdrückern der Indios geworden.
Brasiliens Indianer hatten ihren ersten Kontakt mit den künftigen Kolonisten im Jahre 1500, als Pedro Alvares Cabrals Schiff bei Porto Seguro anlegte. Die Europäer waren beeindruckt von der Unschuld und der Großzügigkeit der Indianer, und einer von ihnen schrieb: “Ihr Körper ist über die Maßen sauber, kräftig und schön”. Amerigo Vespucci, nach dem später Amerika benannt wurde, schuf 1503 in einem Bericht über die Indianer die Vorstellung vom edlen Wilden. “Ich hatte das Gefühl, dem Paradies auf Erden nahe zu sein”.
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