Der Fußball hat die Welt im Spurt-Tempo erobert. Als “Geburtsstunde” kann die Trennung von seinem Vetter Rugby angesehen werden. Diese erfolgte 1863 mit Gründung der englischen Football Association und mit der Definition der Grundregeln, welche, anders als beim Rugby, den Einsatz der Hand stark einschränkten.
Als gute Missionare der Körperkultur brachten die Engländer, wo immer sie hinkamen im späten 19. Jahrhundert, ein paar Lederbälle und die Regeln dieses neuartigen anspruchslosen Spiels mit - von Burma bis Brasilien.
Dieser Sport war wie geschaffen auch für arme Länder. Man brauchte dafür nichts als den Ball und ein freies Fleckchen. Es dauerte nicht lange, und rund um die Welt begann sich der Fußball zu organisieren. Es entstanden Vereine, Verbände, Ligen.
Doch der erste Versuch 1905 eine Fußball-Weltmeisterschaft zu organisieren, scheiterte noch am Desinteresse der geplanten Teilnehmer.
Ende der 20er-Jahre war Fußball aber zum Weltereignis geworden. Es entstanden immer mehr Profiligen. Zehntausende strömten in die Stadien und feierten ihre Helden.
So kam es 1930 in Uruguay zur Premiere jener Veranstaltung die heute Milliarden bewegt. Es war ein Debüt voller Kuriositäten und da nur vier europäische Mannschaften teilnahmen, war dort das Interesse an der WM noch nicht sehr ausgeprägt. Dieses entwickelte sich erst 1934 in Italien als die Heimmannschaft Mussolinis Befehl gemäß den Titel gewann und ihn 1938 in Frankreich erfolgreich verteidigte.
Zwischen 1938 und 1950 fand keine Weltmeisterschaft statt. Auch die Nachkriegspremiere 1950 in Brasilien war noch keine vollwertige WM, da viele Länder noch unter den Folgen des Krieges litten und es nicht einmal gelang, das Feld von 16 Teams zu komplettieren.
Doch mit der Weltmeisterschaft 1954 begann sie, die wahre Erfolgsgeschichte des Fußballs und seiner größten Bühne - ein Turnier des famosen Angriffsspiels, eines sensationellen Finales und all das zum ersten Mal auch im Fernsehen.
Die Faszination der Weltmeisterschaft beruht sicher auch darauf, dass sie nur alle vier Jahre stattfindet. Somit ist sie für jeden, der sie intensiv erlebt, auch ein Stück privater Geschichte, persönlicher Entwicklung, die sich mit individuellen Erinnerungen und Stimmungen verbindet und die zugleich auch Erinnerungen schafft, die ganze Nationen verbinden…
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