Der berühmteste brasilianische Romancier, der am 6. August 2001 im Alter von 88 Jahren starb, war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Als „Magier aus Bahia“ bezauberte er mehr als sechs Jahrzehnte seine Leser in Brasilien und in aller Welt. Seine Romane sind in 48 Sprachen übersetzt und behaupten sich mit erstaunlicher Beständigkeit auf den Bestsellerlisten von 52 Ländern, in denen Amado häufig bekannter ist als die einheimischen Autoren.
Geboren wurde Amado im Jahr 1912 auf einer Kakaoplantage im brasilianische Statt Bahia. Er besuchte eine Jesuitenschule und begann bereits im Alter von 15 Jahren eine Zeitung zu schreiben. Sein erster Roman “O Pais so Carnaval“ erschien 1931, als er gerade 19 war.
Der Gegensatz zwischen Arm und Reich war das beherrschende Thema von Amados frühen Werken. „Ich habe das Drama der Urwalderoberung ,miterlebt, die Stimme der Advokaten in den unverschämten Prozessen der Großgrundbesitzer gehört. Als Kind wurde ich vom Blute meines Vaters Überströmt, der aus dem Hinterhalt erschossen wurde“, erinnerte er sich. Amado wurde überzeugter Kommunist, verbrachte einige Zeit im Gefängnis. Zweimal musste er ins Exil gehen, lebte zeitweilig in Frankreich und schloss dort Freundschaft mit Jean-Paul Sartre, Berthold recht und Anna Seghers.
Mitte der fünfziger Jahre kehrte Amado dem Kommunismus den Rücken – desillusioniert von den Enthüllungen über die Verbrechen Stalins. „Ich habe herausgefunden, dass ich den Menschen als Schriftsteller nützlicher sein kann, als wenn ich meine Zeit mit Politik verbringe“, sagte er. Seine Werke wurden leichter und humorvoller. Kritiker warfen ihm vor, die Armut zu romantisieren – ein Vorwurf den Amado immer strikt von sich wies.
Als seine Lieblingsschriftsteller bezeichnete er Mark Twain und Charles Dickens. Deren lebendiger Stil war auch für Amado vorbildlich. „So wie die Werke dieser Schriftsteller sind auch meine Bücher voll mit dem Geruch, dem Geschmack und dem Blut meines Landes“, sagte er. Und weiter: “Ich bin kein James Joyce. In meinen Büchern gewinnt das Volk. Meine Botschaft ist Hoffnung nicht Verzweiflung.“
Die Geschöpfe Amadoscher Phantasie leben seit langem unter uns: Jubiaba und Antonio Balduino, Guma und Esmeralda und allen voran Pedro Bala, der Anführer der „Herren des Strandes“, jener legendären Bande verlassener brasilianischer Großstadtkinder, die gemeinsam ums Überleben kämpfen und dabei ein vogelfreies und abenteuerliches Leben führen Von Amados Büchern gehört dieses neben „Gabriela wie Zimt und Nelken“ zu den bekanntesten. Obgleich es bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert entstand, hat diese Frühwerk nicht von seiner Frische und Aktualität verloren und findet – wie die meisten Romane von Jorge Amado – ständig neue Leser…
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